Es wird langsam mal Zeit, ein kleines Resumee zu ziehen -
Auch wenn ich nicht davon ueberzeugt bin, dass ein Blog nicht sonderlich dafuer geeignet ist, sich ausgiebig ueber seine Gefuehle auszulassen, moechte ich doch an diesr Stelle mich der Welt offenbaren:
Es geht mir wahnsinnig gut und ich hoffe, dass zumondest ein kleiner Funke meiner Euphorie es auch ein paar Tausend Kilometer Richtung Westen schafft!
Heute war ich wieder mal im Auftrag unterwegs, die europaeische Kultur zu repraesentieren und habe fuer ein paar chinesische Freunde Spaghetti gekocht. Insgesamt waren wir zu siebt in einer Wohnung irgendwo in Shanghai, ganz weit weg von Touristen und Westlern, und trotz der Groesse der Gruppe habe ich zu meiner Zufriedenheit jeden Magen satt gekriegt -
Dannach haben wir UNO gespielt, worin ich ja dank ettlicher Italienurlaube mit Manu, Philip und Co. schon seit Jahren Experte bin. Auch heute konnte ich daher die ein oder andere Runde fuer mich entscheiden.
Ein paar kulturelle Unterschiede gab es dennoch: Junge Chinesen unter sich sind wahnsinnig laut, lachen und bloedeln staendig herum etc. Vor allem wirkt das Ganze fuer einen Westler unglaublich kindisch und unschuldig und auch wenn ich mit Leuten von 20 bis 28 Jahren an einem Tisch gesessen bin, war ich geneigt zu sagen: "Wie suess!".
Wieso: Erstens war kein Alkohol im Spiel - Ich kann mich nicht erinnern, seit meinem 16. Lebensjahr jemals so daemlich rumgebloedelt zu haben ohne nicht zumindest ein paar Bierchen intus ;)
Zweitens waren die Scherze, die gerissen wurden, ganz unschuldiger Natur. Es ging nicht um Sex, Gewalt oder sonst was, nein, auch keine Auslaender- oder Naziwitze, sondern vielmehr: "Kommt ein Hase nach...", ihr wisst schon, was ich meine. Im 30 Sekundentakt wurde herzhaft gekichert, meist mit einer "Victorygeste" kombiniert (d.h. man macht ein Peace-Zeichen mit beiden Haenden, haelt diese neben dem Kopf und grinst, als waer man eine Mangafigur) und mit einem Laecheln auf den naechsten Joke gewartet -
Dann hab ich noch beim Karatetraining zugeschaut und da ist mir das erste Mal so richtig deutlich geworden, dass ich trotz all der Tiefphasen, die ich in Shanghai meist aufgrund von Einsamkeitsgefuehlen zweifellos hatte und sicher auch noch haben werde, ich doch unzaehlige chinesische und koreanische Freunde gefunden habe, fuer die paar Monate extrem viel am chinesischen Alltag teilnehmen, in die Lebensweise eintauchen und mich in die Kultur verlieben durfte, dass es eine reine Freude ist, nachts im Bett die Zeit revue passieren zu lassen.
Nach so viel "Offenbarerei" wieder zum Tagesgeschaeft: Ebenfalls eine reine Freude war es, gestern im chinesischen Fenrsehen live Hoennes stocksauer und Klinsi fett eingeschuechtert, ja geradezu veraengstigt zu sehen, und dazu noch die kichernden Kommentatoren auf chinesisch - Ok, der Arme, aber ich sag nur:
Ha Ho He, der Traum geht weiter!
Zum Abschluss noch ein Foto von mir und Julian, meinem "Germanistikstudenten" und gutem Freund, mit dem ich regelmaessig etwas unternehme und die Passanten meist nur verdutzt rueber schauen, weil da ein Westler und Chinese sich in fluessigem Deutsch unterhalten ;)
Achja, noch was... ihr duerft gerne meine Braeune bewundern ;)
Ich wuensch euch was -

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Wieso kannst du nicht einfach die Fresse halten?