Samstag, 28. März 2009

Virus und zweite Massage

Jo, traurig aber wahr: Mein Laptop ist verseucht. Aber keine Panik, ab ein paar Tagen wird es wieder wie gewohnt weiter gehen mit Beitraegen wie am Fliessband... Ich melde mich grad von ner Jugendherberge aus Nanjing, wundert euch deshalb nicht ueber komische Rechtschreibung, die Tastatur spinnt ein bisschen.

Hier hat sich einiges getan, aber ich hab nur wenig Zeit, da Hertha gleich anfaengt...

Nur eine Sache vorweg: Manu und ich haben uns spontan eine zweite Massage gegoennt. Fotos werden nachgereicht, aber es war leider nicht zu cool. Wir fuehlen uns zwar entspannt, aber ich hatte etwas Pech und wurde leider von einem Chinesen massiert - naja, aber schlecht war es deshalb eigentlich auch nicht :)

Ansonsten werden wir morgen die Stadt erkunden... Auch wenn es nicht Shanghai ist, befinden wir uns hier im hardcore Grossstadtmolloch (kein sz auf der Tastatur!!!), sodass wir uns sogar ueberlegen, Gesichtsmasken zuzulegen...

Das erste Mal richtig ausserhalb Shanghais und bis jetzt noch kein Schiffbruch! Mal sehen, wie weit wir ohne chinesisch durchkommen...

Machts gut und sorry fuer die leeren Versprechungen, aber dafuer kann ich echt nichts, Jungs.

Ahja, heute waren wir uebrigens gut shoppen, wie abermillionen weitere Chinesen. Hier in China gilt zum Thema Konsum folgendes: Konfuzius sagt, "wer kann, der soll!" :)

Bis morgen

Mittwoch, 25. März 2009

Die erste Massage

Nach gefühlten 20 Kilometer in der chinesischen Altstadt haben Manu und ich uns am Abend die erste Massage gegönnt. Obwohl unsere Befürchtungen, etwas anrüchiges zu tun, total unberechtigt waren, so hatten wir doch etwas mit Nervosität zu kämpfen, in den Laden rein zu gehen. Zugegebenermaßen sahen die Räume etwas "nuttig" aus, aber nunja...

An der Rezeption hieß es 1 Stunde für 5 Euro - krasser Preis. Am Anfang dachten wir uns: "Muss es denn gleich eine ganze Stunde sein?" und hatten die Befürchtung, dass es vielleicht irgendwann langweilig würde, aber wir haben es nicht bereut und mit dem Gedanken gespielt, noch eine zweite Stunde (für 2 Euro!!!) ranzuhängen...

Am Anfang wurde uns gehießen, die Sachen auszuziehen, dann bekamen wir einen äuerst bequemen Pyjama gereicht...

Wir hatten beide sehr freundliche Masseusen, die wirlich was auf dem Kasten hatten! Mir fehlt zwar der Vergleich,da es meine erste Massage überhaupt war, aber nachher haben wir uns wie neu geboren gefühlt. Wer jetzt denkt, es handle sich um eine "etwas den Rücken streicheln" Massage, liegt ganz Falsch: Es ging richtig zur Sache! Von Stirn bis Zehen wurde alles massiert (natürlich nicht "ganz" alles ;) und nicht zimperlich. Entspanntes Stöhnen wechselte sich ab mit plötzlichem Kichern (wir waren ziemlich kitzlig und haben die beiden Damen damit ziemlich belustigt) und dazwischen starkem Zähne zubeißen, um die Schreie zu unterdrücken. Oft wussten wir nicht, ob wir kichern oder schreien mussten.

Außerdem ist eine Massage perfekt, um seine paar Sätze chinesisch zu trainieren...

Hier noch ein Foto, ich in freudiger Erregung:

Montag, 23. März 2009

Dies und das

...Hab in letzter Zeit lange nichts von mir hören lassen... Es ist zwar viel passiert, allerdings auch ein paar unerfreuliche Dinge:

- Visakarte verloren (wohl nochmal glimpflich ausgegangen, außerdem habe ich ein Postbank Sparkonto, mit dem ich 10 mal umsonst im Ausland abheben kann)

- Virus auf dem Laptop (scheint wieder in Ordnung zu sein)
- Passport war weg (hat sich ein Glück wieder angefunden, allerdings schäm ich mich immer noch, wie das in meinem Chaos passieren konnte)

D.h. jetzt steht einem neuen Blog Eintrag ja nichts mehr im Weg:

Am Freitag kam Manu hier an und am Abend haben wir Gastgeber für unsere koreanischen Freunde gespielt. Zum Essen habe ich vorbereitet:

- Bratkartoffeln (...die sich größter Beliebtheit erfreut haben, trotzdem ich sie im Wok zubereitet habe und das Timing von Kartoffeln mit Zwieblen und Paprika nicht optimal war)
- Hähnchenflügel und -Keulen
- Als Kaltspeise Karotten, Paprika und Cherrytomaten

Zum Trinken gab es:

- 6 Bier
- 1 Flasche Tequila (natürlich mit Salz und Zitronen)
- eine Flasche Jack Daniel´s (freundlicherweise gesponst von meinem Mitbewohner)

Wie ihr euch denken könnt, ist es ein lustiger Abend geworden. Yun (der Kumpel von meinem Mitbewohner, der kommt aus Seoul) hat sich (wie bereits beim letzten Abend) gegen Ende ins Koma verabschiedet und auch für uns war das Gelage um kurz nach 10 bereits vorüber. Wir haben halt um 6 Uhr angefangen - das war richitg strange, gut angetrunken so früh einzupennen, kam mir aber dennoch ganz recht, da ich am nächsten Morgen um 6 Uhr zu einem Trip aufbrechen musste.

Als ich mich daran machen wollte, alles abzuräumen und abzuwaschen, meinte O (so nenne ich meinen Mitbewohner, da sein tatsächlicher Name einfach zu kompliziert ist), dass ich doch alles stehen lassen solle. Am nächsten Tag rufe er die Putzfrauen an... Aha - ich zahle zwar recht viel Miete, dafür wird hier aber auch gesputet, sobald man über Telefon die Rezeption ordert!

Noch was ganz lustiges: Ich wollte den Koreanern den "U-Boot"-Drink zeigen. D.h. man tut ein Schnapsglas in ein großes Bierglas und muss es dann exen. Da die beiden Flüssigkeiten eine unterschiedliche Dichte besitzen, vermischen sie sich nicht. Die Koreaner kannten das Spiel ebenfalls, wenn auch ein wenig anders: Man tut ein leeres Schnapsglas in ein Bierglas und reihum muss man den Schnaps eingießen. Wer das Glas schließlich zum Untergehen bringt, muss das Ganze dann trinken (in unserem Fall "durfte" das Manu tun - übrigens erfolgreich). Die nennen das ganze jedoch nicht U-Boot, sondern Titanic - ulkig, oder?

Die nächsten beiden Tage war ich dann auf Trip nach Yangzhong... Die Gegend war teilweise echt unendlich trist, so als ob man im hintersten Winkel der Ukraine gelandet wär (kein Disrespekt!!!): Leere Straßen, hässliche Gebäude, überall Matsch und Müll, extremer Nebel etc.
Das Programm war auch nicht viel besser: Wir haben uns ein paar Fabriken angeschaut, *gähn*. Am Ende durften wir dann an den Jangtse-Fluss die Fischer beobachten. Das hatte ein bisschen was von Sozialtourismus und arme Leute beobachten, aber den Fischern schien es nicht zu stören, wir durften sogar auf ihre Boote rauf, auf denen sie übrigens auch gewohnt haben.

Insgesamt kam ein bisschen Klassenfahrt-Feeling auf, da wir mit einem Bus extra für uns gefahren sind. Neben den Österreichern waren noch ca. zehn Studenten der London School of Economics dabei. Da hat vor ein paar Jahrzehnten schon der berühmte Mick Jagger ein Semester BWL studiert, fand dann aber doch schließlich einen straighteren Weg, um an die Millionen zu kommen ;)

Gestern waren ich und Manu auf dann Tour in der chinesischen Altstadt, d.h. wir waren in zwei chinesischen Altstädten: Eine, die das touristischste Fleck Erde ist, was ich je gesehen habe! Grausam, überall werden einem Rolex Uhren, "Massagen" etc. angeboten und direkt neben dem Tempel häufen sich die Starbuck´s McDonalds und die anderen üblichen Verdächtigen.
Vorher waren wir aber in der "richtigen" Altstadt - das war der Hammer! Aber seht selbst:


...Welcher Blondschopf hat sich denn da aufs Bild gemogelt?
Zwischendurch waren wir eine Nudelsuppe essen und so exotisch, dass sogar alte Damen aus der Nachbarschaft raus kamen und uns anstarrten. Wir haben ein bisschen mit dem Besitzer des "Ladens" Bier gesoffen und viel gelacht. In meinem Anfänger-Chinesisch habe ich ihm erzählt, dass wir aus Deutschland seien, was bei ihm Freudensschreie und wilde Fußballgestikulierungen auslöste. Da mein Vokabular jedoch hart eingeschränkt ist, ging es mit dem üblichen Name-Dropping weiter: "Beckenbauer" hat er gesagt, und dann "Klinsmann" und "Ballack" und wir natürlich freundlich zurückgelächelt. Dann passierte plötzlich folgendes: Als ihm keine weiteren Fußballspieler einfielen, ist er aufgestanden, hat seinen rechten Arm zum Gruß erhoben, laut: "Heil Hitler!" geschrien und mit einem süffisantem Lächeln einen Schnurrbart auf seiner Oberlippe angedeutet. Wir waren völlig geschockt und ich meinte nur: "bu, bu!" (=nein) aber dann konnte ich einfach nicht mehr und hab den Lachanfall meines Lebens bekommen... Das ganze war einfach so unendlich surreal! Und ncht, dass ihr jetzt was Falsches denkt - der Typ war sicher kein Nazi. Der hatte einfach kein Plain, was er da gesagt hat. Im Gegenteil, der wollte halt irgendwie seine Sympathie mit uns bekunden, was er natürlich äußerst ungeschickt gemacht hat ;)

Machts gut

PS: Die nächsten Beiträge kommen jetzt Schlag auf Schlag. Bald gibts hier unter anderem ein Report vom deutschen Exportgut aka dem schnellsten Zug der Welt: der Transrapid.

Dienstag, 17. März 2009

St. Patrick´s Day

Ja, heute war mein erster St. Patrick´s Day, und zwar hier in Shanghai. Für die, die nicht bescheid wissen, sollten entweder diesen Film gucken oder sich denken: St. Patrick´s Day = Oktoberfest = Kölner Karneval = ein weiterer Grund zum Volllaufen lassen...
Hier in Shanghai stellen die Iren die drittgrößte Minderheit dar, aber mein Abend im Irish Pub war trotzdem nicht großartig anders als ein Freitag im Charlie P´s (´ne Kneipe in Wien). Die Mädels hatten die Location ausgesucht und bekamen natürlich Freidrinks, während die Herren der Schöpfung für Bier oder Gin-Tonic nicht deutsche, nein sogar norwegische Preise zahlen mussten. Da half dann nur noch die alt erprobte "zum Supermarkt gehen und dann den Alk reinschmuggeln"-Taktik ;)

Fotos und lustige Stories gibts leider keine, dafür bin ich noch einigermaßen füh genug zu Hause, um mein Referat nochmal durchzugehen, damit ich es doch spontan morgen früh halten kann. Ob das nur eine Schnapsidee ist? Morgen wisst ihr mehr!

PS: Vor ein paar Tagen habe ich an einem frühlingshaften Sonntag ein paar Parks besucht. Einer davon lag an einem Fußballstadium. Dort konnte ich sehr bildlich die Auswüchse der Finanzkrise auf China sehen: Dutzende Stände von Firmen, um die sich tausende Studenten scharrten. Ja, vor ein paar Jahren galt ein Studienplatz - der in China nur durch jahrelangen Ehrgeiz oder Parteimitgliedschaft der Eltern zu ergattern ist - als Garantie für ein abgesichertes Leben. Aber mittlerweile haben hier selbst Akademiker zu kämpfen...

Montag, 16. März 2009

Ein Trip ins alte China: Suzhou

Servus,

Bin erst vor einer Stunde aus Suzhou wieder gekommen, einer Stadt, von der Marco Polo einst behauptete, die schönste der Welt zu sein. Sie liegt vor den Toren Shnaghais und war eine der wichtigsten Handelstädte Chinas, ehe sie seit Anfang dieses Jahrhunderts von Shanghai überholt wurde und ein bisschen in der Versenkung verschwand.
Ich bin erschöpft, aber glücklich. Auch wenn Suzhou nur eine gute halbe Stunde von Shanghai entfernt ist, überschreitet doch die Grenze, wo es passieren kann, dass Chinesen plötzlich ihr Handy zücken und dich fotografieren, wenn du grad nicht hinschaust. Als Westler steht man schon relativ im Zentrum des Geschehens: Kleine Kinder schauen einem verdutzt an, junge Mädchen lächeln verlegen etc. ...Ganz schöner Ego-Boost ;)
Noch kurz zu der Stadt selbst: Der ganze Stadtkern ist von kleinen Kanälen durchzogen, viele Straßen sind von Bäumen durchzogen und das Leben an sich verläuft noch langsamer - weit weg sind die Businessmänner, die Betonmassen und ernsten Gesichter.

Ich lass euch jetzt mit ein paar Bildern allein, bin einfach zu müde und hab nicht mehr den Nerv, noch hier großartig rumzutexten...


Eine daoistische Tempelanlage - da fällt mir noch kurz ein zu erwähnen, dass vielerseits angenommen wird, dass die meisten Chinesen buddhistisch sind. Irrtum: Die Hauptreligion ist der Daoismus, der auf den chinesischen Gelehrten Laotzi beruht (über den ich auch grad ein Referat vorbereite, deshalb wahrscheinlich später mehr dazu).

Eine alte Frau hantiert mit Massen an Rücherstäbchen rum:

Das sind die Kanäle, die ich bereits erwähnt habe:

Im nächsten Bild ist eine von zwei Pagoden zu sehen, die sogenannten Zwillingspagoden...

...die in einem äußerst gechillten Hof standen. Die eine Frau macht übrigens grad ein bisschen Tai-Chi. Und überhaupt sind hier viele alte Leute überaus fit und machen Fitness, tanzen ausgelassen in Parks etc.
Machts gut,

Fabian

PS: Ich bin mir jetzt schon sicher, dass ich in wieder in Deutschland angekommen für mindestens ein paar Monate an akutem Fenweh leiden werde. Andererseits wäre ich jetzt auch gerne in Berlin: Ha Ho He, der blau-weiße Traum geht weiter!!!

Dienstag, 10. März 2009

Deutsch-koreanische Völkerverständigung

Servus,

Gestern habe ich mir spontan mein erstes Rad für ca. 7 Euro gekauft, was allerdings keine allzu gute Investition war. Denn hätte ich noch den ein oder anderen Euro rauf gelegt, würde ich jetzt auch eine funktionierende Bremse haben!!! Auf meiner ersten Erkundungstour kam es so zu der ein oder anderen brenzligen Situation, gerade die Mopedfahrer geben absolut keinen Fick und weichen niemals aus, sodass ich immer nur mit allerhöchster Alarmbereitschaft und im Schritttempo fahren kann. Allerdings habe ich mir absichtlich auch kein Schloss geholt, sodass mir das Rad - auch wenn es das allerletzte Klappgestell ist - wohl irgendwann in nächster Zeit gestohlen wird, denn Räder Klauen ist Volkssport in China. Und anstatt mich aufzuregen, kann ich mir dann sagen: "Das war ein Zeichen von oben. Mein Schicksal wollte mich vor meinen bevorstehenden Verkehrstod retten!".

Abends fiel dann bei uns eine Vorlesung aus, sodass wir mit der Gruppe noch ein Bierchen im "Hard Rock Pub" tranken. Nach zwei Runden machte ich mich nun etwas selbstbewusster mit meinem Klapprad auf dem Weg nach Hause und ich dachte mir schon: Vielleicht hätte ich doch nur zwei Radler trinken sollen ;) Licht und Reflektoren Fehlanzeige! Aber es ist dennoch alles gut gegeangen.
Ich stellte mich auf einen ruhigen Abend ein, aber es sollte wie immer ganz anders kommen. Mein Koreaner war mit Freundin und Kumpel um den Wohnzimmertisch versammelt (selbstverständlich im Schneidersitz auf dem Boden, Korea-Style halt!) und aßen und tranken ausgiebig. Als ich aufgefordert wurde, sie in der Runde zu joinen, ging es los:
Koreanischer Whiskey und Bier in Massen, denn wie in so vielen Ländern, gilt in Korea auch, dass man Freundschaft über Alkohol schließt. Ja, den Massen an Flüssigem zufolge sollten wir dann sehr, sehr gute Freunde werden!!! Übrigens pflegt man nicht nur zu Trinken, wie wir es tun, sondern es gibt immer Fleisch und Gemüse auf dem Tisch, was man zwischen den Runden in sich hineinschiebt. Auch das Trinkverhalten ist etwas anders: Normalerweise nippt man nicht konstant an seinem Glas, sondern pflegt es gemeinsam nach einem Trinkspruch zu exen und legt dementsprechend immer kleine Pausen zwischen den Runden ein.
Es war in jedem Fall ein sehr erleuchtender Abend, wir haben uns jeweils von unseren Kulturen erzählt und zum Schluss haben wir Trinkspiele gespielt und sie meine Trinkfestigkeit in Sachen Bier Exen bewundert (aber glaubt mir, die haben es auch mehr als faustdick hinter den Ohren und würden mich wahrscheinlich sogar unter den Tisch saufen!). Ich habe ihnen übrigens unser auf der Abifahrt erprobtes "Bums"-Spiel gezeigt, was sehr gut ankam, aber meist nicht lang durchgehalten wurde (für alle Nichteingeweihten: In dem Spiel zählt man der Reihe nach bis eine Zahl mit sieben oder teilbahr durch sieben rankommt, diese wird dann durch ein "Bums" ersetzt - mit steigenden Pegel kommt man meist nicht über die 20)... Die koreanischen Trinkspiele waren auch sehr lustig und ich werde sie gerne in Deutschland und Österreich weiter verbreiten!
Ein paar Anekdoten:
- Korea ist ein sehr höfliches Land mit vielen gesellschaftlichen Regeln. So ist man nur Freund mit jemanden, der im gleichen Alter ist. Wenn ich mich also mit jemanden unterhalte, der zwei Jahre früher geboren wurde, dann hänge ich immer noch eine Vorsilbe an seinem Namen ran, die den Respekt bekundet.
- Nach koreanischem Alter ist man immer ein Jahr älter als wir es ausdrücken würden, da man ja schon ein Jahr im Mutterbauch ist. Also wäre ich schon stolze 23 Jahre alt.
- Während in Südkorea der Militärdienst zwei Jahre dauert, ist er in Nordkorea zehn Jahre!!!!! Krass, oder?
- Als ich ihnen erzählt habe, dass ich gerne von meinem Peking-Trip einen Ausflug in die mongolische Steppe machen würde, meinte mein Mitbewohner, dass es sehr gefährlich sei. Letztes Jahr sei ein Reporter (!!!) dort unterwegs gewesen und getötet worden. Ok, dachte ich mir. Dann fügte er hinzu "und gegessen!", da konnte ich mich nicht mehr halten, ist ja eigentlich nicht zum Lachen, aber...
An einem Punkt jedoch wechselte dann die Stimmung schlagartig und wich einer ernsten Stille. Mir wurde gesagt, dass sie Deutschland so beneiden, weil es ja ein wiedervereinigtes Land ist. Sie hingegen erleben gerade eine sehr gefährliche Zeit, weil sie einen Krieg mit dem Norden fürchten und dann sofort nach Korea eingezogen würden. Deswegen genießen sie die Zeit auch so ausgiebeig. Was soll man sagen? Mir wurde wieder mal richtig bewusst, was für ein Privileg es ist, in einem friedlichen Europa aufzuwachsen und nicht diese konstante Angst im Nacken zu spüren...

Machts gut!

Montag, 9. März 2009

Essensreport Teil 1: Die Mensa

In der nächsten Zeit werde ich in regelmäßigen Abständen über die verschiedensten Varianten berichten, wie ich hier so meinen Bauch zu füllen pflege.

Teil eins und preismäßig in der untersten Kategorie angesiedelt ist die Mensa, wo man mich fast täglich ein bis zweimal anfindet. Am Anfang war es gar nicht so leicht, hier überhaupt was zu Essen zu bekommen, da man grundsätzlich elektronisch mit seinem Studentenausweis zahlt. Hinzu kommt, dass es hier ziemlich knapp gehaltene Essenszeiten gibt (7:00, 12:00 und 17:00), die "hit and run"-mäßig gestürmt werden, sollte man diese jedoch verpassen, dann steht man wohl oder übel vor verschlossenen Türen.

Die Mensenhallen sind relativ groß und sehen mit ihrer kalten, spartanischen Einrchtung so aus: (Im Vorfeld möchte ich mich schon mal für die Qualität der Bilder entschuldigen, die diesmal echt miserabel geworden sind!)
Dort angelangt geht man zu einem der vielzähligen Stände (vom Bild aus gesehen die ganze linke Seite entlang), die alle nahezu identisch sind. Da steht jeweils ein/e Mitarbeiter/in neben gut einem Dutzend Schalen, auf denen die Gerichte zur Wahl stehen. Standardmäßig kriegt man einen Batzen Reis plus zwei bis drei der von eben solchen Gerichten. Die eigene Wahl versucht man dann durch Körpersprache möglichst erkenntlich zu machen. An diesem Tag habe ich mich wie folgt entschieden:Das eine ist so eine Art Spiegelei... Beim Fleisch ist meist recht belastend, dass das Raussortieren der Knochen dem Mund überlassen bleibt. So kann sich ein schnelles Mahl dann schon mal unfreiwillig gut in die Länge ziehen und am Ende ist man noch hungriger als vorher ;)

Das Ambiente ist voll und ganz auf Praktikabilität ausgerichtet und die meisten Chinesen stopfen stumm vor sich hin alles in sich hinein, um bloß das nächste Seminar nicht zu verpassen. Die Qualität ist etwas wie beim Lotto: Man kann Glück und Pech haben! Aber wenn man den Dreh raus hat, was einem geschmacklich zusagt, dann ist es wirklich teilweise erstaunlich lecker und vor allem preisgünstig, nämlich nach Wahl 4-9 Yuan (1 Yuan = ca. 10 Cent).

In dem Sinne: Mahlzeit! ...bald folgt Teil zwei: "Mein chinesisches Stammlokal" (Arbeitstitel)...

Sonntag, 8. März 2009

Weltfrauentag

Die Überschrift sagt schon alles... Es gab heute Prozente beim Shoppen. Die Haupteinkaufstraße sah dementsprechend aus:

Krass oder? Wie viele Menschen sind wohl auf den Fotos zu sehen? 10.000 ist mein erstes Gebot! Wer mitraten möchte, kann das gerne in einem Kommentar tun.

Übrigens, ich habe mir etwas chinesisches gekauft. Eigentlich wollte ich ja einen Pyjama wie ihn dieser außerordentlich lässige Zeitgenosse trägt:Chiller!

Da es aber in meiner Größe nur noch das Mickey Maus Motiv gab, habe ich mich dann doch für eine Kimono-artige Jacke entschieden:

Zum Abschluss gibt´s noch ein lustiges Video: T-Shirts falten auf chinesisch!

Machts gut!

Samstag, 7. März 2009

Ein Trip ins Grüne: Hangzhou

Tach da draußen,

Gestern abend habe ich spontan die Möglichkeit bekommen, einen Trip in eine chinesische "Kleinstadt" (3,6 Millionen, die ist größer als Berlin!!!) zu machen. Ungefähr zwei Stunden von Shanghai entfernt liegt Hangzhou, eine Stadt, die noch etwas traditioneller und vor allem für den Westsee. Raus aus dem Smog, rein ins Grüne... Das Ticket gab´s übrigensfür den Preis eines Berliner Döners ;)

Ich bin recht müde und knapp angebunden, daher lasse ich lieber Bilder sprechen:

Auf dem Westsee kann man sich in den verschiedensten Booten treiben lassen. Im Hintergrund auch schön zu sehen, dass die Berge bis fast in die Stadt hinein reichen. Eine sehr gelungene Abwechslung zu der extrem flachen und langweiligen Landschaft außerhalb Shanghais (die eh so dicht besiedelt ist, dass man gar nicht weiß, ob man aus der einen Stadt noch drin oder wieder raus ist).


Ein alter Chinese lässt einen Drachen steigen und entertaint damit die kleinen Kinder. Im Hintergrund sieht man einen Tenpel, den ich später noch besichtigt habe. Außerdem illustriert dieses Bild meiner Meinung nach ganz gut das Aufeinanderprallen von Tradition und Moderne (man achte auf den Bildschirm;).
Ich hab auch einmal vor der Kulisse posiert... in meiner neuen Jacke ;)

Ein fett lächelnder Buddha... der sieht auf jeden Fall sehr zufrieden mit seinem Leben aus. Und die kleinen chinesischen Kinder sind einfach zu putzig, oder?

Der Panorama-Blick auf den See... plus Häusermeer, allerdings im Gegensatz zu Shanghai noch äußerst harmlos.

Genau dafür bin ich nach Hangzhou gefahren: Natur!!! Endlich mal frische Luft einatmen...
Machts gut und schönen Sonntag noch. Ich geh jetzt noch - frisch erholt - auf die Piste!

Donnerstag, 5. März 2009

Ein paar Eindrücke vom Unialltag

Letztens war ich unterwegs, mir die Uni Bibliothek etwas näher anzusehen. Nachdem ich mir mit meinem elektronischen Studentenausweis Zugriff verschafft habe, stand ich schließlich vor den Schließfächern und konnte meinen Augen nicht trauen: Mehr als die Hälfte der Türen standen unabgeschlossen und halb offen, sodass die Taschen, Regenschirme usw. wie im Supermarkt griffbereit waren. Offensichtlich gab es nur für wenige der Schließfächer Schlüssel, aber ich habe dennoch sehr gezögert, meine Tasche dort zu verstauen. Schließlich überwand ich mich - allerdings nicht, ohne vorher mein frisch abgeholten Reisepass mit verlängertem Visum in meine Tasche zu stecken (ohne den wär ich echt aufeschmissen!).
Zwischenzeitlich betrat ich einen der Lesesäle, wo ich es mir mit einer Auswahl der recht spärlich vorandenen englischsprachigen Literatur gemütlich machte. Ringsherum wurden die chinesichen Studenten ihrem Ruf mehr als gerecht: Jeder saß über einem riesigen Haufen Bücher, manche sind darauf auch schon erschöpft zusammen gebrochen. Übrigens soll es schon Leute gegeben haben, die nachts um zwei bei McDonalds waren und dort noch vereinzelt lernende Chinesen gesichtet haben, aber das nur am Rande. Jedenfalls konnte ich während der Lektüre nicht 100%ig abschalten, sondern war immer halb in Gedanken bei meiner Tasche im offenen Schließfach. Völlig unbegründet, denn als ich nach einer Stunde wiederkam, war sie noch unversehrt da.
In Deutschland wäre das unvorstellbar! Ich erinnere mich noch, als meine Jacke von der TU/UdK Bib gestohlen wurde: Obwohl ich diese durch einen elektronischen Pin verschlossen habe, muss irgendein asozialer Wichser neben mir gelauert haben und mir über die Schulter geschaut haben!
Übrigens passt dies wiederum nicht zu einer anderen Information: Anscheinend lassen die chinesischen Studenten von der Bibliothek massenweise Bücher mitgehen, sodass es äußerst schwierig und für einen Austauschstudenten unmöglich ist, einen Bibliotheksausweis zu beantragen, mit dem man Bücher aausleihen kann...

Manchmal in den Vorlesungen kommt es zu etwas brenzligen Themen. Letztens wurde uns Mao von seiner menschlichen Seite vorgestellt. So sahen wir Videos von ihm beim Schwimmen im See und erfuhren von einem ganz speziellen Hobby von ihm: Mao soll eine Vorliebe für besonders scharfes Essen gehabt haben und im ganzen Land in dieser Disziplin unübertroffen gewesen sein. Aha... doch dass er Millionen von Leuten getötet und eine Vorliebe für kleine Jungen hatte, wurde kommentarlos unter dem Teppich gekährt.
Kleine Anmerkung: Als der Dozent fragte, ob wir schon etwas über Mao wüssten, hat sich ein Klugscheißer aus der ersten Reihe gemeldet und gesagt: "Ja, Maos Nachnahme ist Am und er hat als äußerst erfolgreicher Süßigkeitenproduzent seinen Konkurrenten Mam Ba auf den zweiten Platz verwiesen!". Sofort kam ein in Zivil verkleideter Sicherheitsmann und hat ihn stillschwiegend nach draußen gebeten. Vom Nachbarraum konnte man nur noch leichte KungFu Geräusche gepaart mit animalischen Schmerzlauten vernehmen. So viel zum Thema gefährliches Halbwissen! (Sorry, den konnt ich mir nicht verkneifen!)

Noch was lustiges, aber diesmal ohne ein Ende, was alles ins Lächerliche zieht: Ein Dozent begeht hier vor den österreichischen Studenten, die ja immerhin gute zwei drittel unserer Gruppe ausmachen, regelmäßig die Kardinalsünde schlecht hin. Auch wenn er weiß, dass wir aus einer Salzburger bzw. Wiener Uni sind, spricht er nicht von "austrian", sondern grundsätzlich von "german media system", "german economy" und "german philosophy" - als ob er die Landkarte von vor 60 jahren noch Gültigkeit besäße ;) Nachdem er bereits des öfteren von leicht erbosten Studenten erfolglos auf diesen faux-pas hingewiesen wurde, wurde auf österreichischer Seite schließlich frustiert resigniert. Wir Deutschen haben dagegen pro Vorlesung ein paar weitere Schmunzler sicher ;)

Macht´s gut!

Sonntag, 1. März 2009

Das Nachtleben in Shanghai

Servus,

Den folgenden Eintrag schreibe ich nur in dem guten Wissen, dass wohl kein potenzieller Arbeitgeber ihn lesen wird ;)

Meine traurige Bilanz vom Samstag:
- ein Fischauge gegessen (Beweisfotos im letzten Beitrag)
- ein Mädchen aus Versehen mein Whisky-Cola auf ihrem Haar verschüttet (allerdins habe ich jetzt ihre Nummer ;)
- später Panikattacke, weil ich plötzlich zwischen Gitter und einer verschlossenen Tür war und mich ausgeschlossen fühlte. Wollen die Türsteher mich etwa ausrauben? Als ich über das Gitter klettern wollte, habe ich geschrien: "Da ist Stacheldraht!", obwohl da gar kein Stacheldraht war (später hat sich heraus gestellt, dass alles ok war und ich nur die falsche Tür gewählt hatte)
- Jacke und Pullover verloren (wahrscheinlich wurden die Klamotten gestohlen, also kein Eigenverschulden... hoffe ich zumindest)

Das einzig positive an dem Abend ist im Endeffekt, dass ich jetzt eine neue Jacke habe (Wal-Mart: 7 Euro). Und außerdem, dass ich keinen Stress mit der chinesischen Polizei bekommen habe (die vielleicht meine unartikulierte Art als Randale interpriert hätten können).

Naja, der Abend wird mir eine Lehre sein... Aber zurück zum Thema: Die Clubs und Bars stehen denen in Berlin in nichts nach. Allgemein lassen sich zwei verschiedene Arten von Diskos feststellen: Die einen sind meist eher mit Europäern (besonders Franzosen) und Amerikanern gefüllt, die anderen eher mit reichen Chinesen. Musikmäßig war bis jetzt jeder Schuppen ganz nach meinem Geschmack. Fifty-fifty harter Electro und Rap. Mich überrascht dabei echt, dass besonders die Chinesen so hart auf Gangsterrap abfahren, so laufen in Clubs teilweise echt genau die Lieder, die wir zum Vorsaufen uns anhören, die aber in Berliner Clubs meist nicht gespielt werden (auf Kosten von weichgespültem R´n B o.ä.).

Auf jeden Fall kann man hier auch gut Geld lassen, aber an sich bekommt man für die Kohle ziemlich Dekadentes geboten. Taxi fahren ist saubillig (vielleicht ein Zehntel im Vergleich zu Deutschland) und deshalb standard, All-inclusive Partys gibt es ab 7 Euro und in den Clubs, in denen man mehr als 4 Euro pro Drink zahlt, ist echt die Hölle los. Dies liegt wohl vor allem an den Massen von westlichen Jugendlichen, die hier entweder für ein Auslandssemester oder -praktikum nach Shanghai gekommen sind und eigentlich nur eins im Sinn haben: mal ordentlich die Sau rauslassen!

Wie gesagt werd ich wohl in nächster Zeit etwas kürzer treten, aber wie soll ich sagen... Wenn ich das nächste Mal wieder "investigativ" unterwegs bin, um für euch exklusiv über das Nachtleben in Shanghai zu berichten, dann werd ich´s euch genau hier wissen lassen ;)

Zum Abschluss noch ein Bild, welches ich vor dem Club aufgenommen habe. So viel zum Thema: new money in china !!!