Sonntag, 26. April 2009

Einer der dunkelsten Kapitel des 20. Jahrhunderts

Auch wenn der Nanjing-Trip von Manu und mir sicher schon einen guten Monat zurueck liegt, so liegt es mir doch auf dem Herzen, davon hier zu berichten.

Nanjing ist in den Geschichtsbuechern vor allem fuer eines bekannt: das so genannte Nanjing-Massaker, eines der dunkelsten Kapitel in der Geschichte Japans. Im Jahr 1937 war die Stadt unter japanischer Besetzung 6 Wochen lang zur Pluenderung frei gegeben. In einem unstoppbaren Blutrausch haben japanische Soldaten ueber 340 000 Leute auf jede nur erdenkliche Art getoetet, also gezielt eine ganze Stadt auszuloeschen versucht. Vergleichbar sind diese Greueltaten wohl nur noch mit dem Holocaust.
Die restliche Bevoelkerung verdankt ihrem Ueberleben hauptsaechlich dem Schutz eines internationalen Kommitees, das von dem deutschen John Rabe, gefuehrt wurde. Seit dem 2. April ist uebrigens auch ein gleichnamiger Kinofilm erschienen mit Ulrich Tukur in der Hauptrolle. Lange Zeit in Vergessenheit geraten, wird nun versucht, ihn als Schindler Asiens zu gedenken und ihm seinen verdienten Platz in den Geschichtsbuechern zuzusichern.
Das krasse an der Sache ist, dass die japanische Regierung sich bis jetzt noch nicht offiziell entschuldigt hat (!!!). Kulturelle Differenzen hin und her, aber nur die Tatsache, dass man nicht sein Gesicht verlieren kann, entschuldigt dieses Verhalten nicht im Ansatz.

Es gibt in Nanjing jedenfalls eine riesige Gedenkstaette, mindestens 6 mal so gross wie unser Holocaust. Ich weiss nicht, wie ihr dazu steht, aber mich hat das leicht nachdenklich gemacht, wieso wir so lange fuer ein offizielles Denkmal brauchen, dass dann vergleichsweise klein und harmlos ausfaellt (obwohl mir klar ist, dass es nicht darum geht, wie "bombastisch" ein Mahnmal ausfaellt) und den Schrecken und Terror der damaligen Zeit nicht wirklich wiedergibt -

Etwas ungewohnt fuer einen Deutschen war die Tatsache, dass die Gedenkstaette durchaus in chinesichem Pathos gehalten war. So erklangen in manchen Hallen Heldenchoere etc., allerdings befanden Manu und ich, dass es durchaus angemessen war und wir beide, besonders Manu, sind tief bewegt aus der Gedenkstaette heraus gegangen.
Bevor ich ein paar Bilder sprechen lasse, moechte ich noch zwei Dinge hervor heben: Zum einen gab es eine riesige Halle, die mit Sand gefuellt war, auf denen die Gebeine von unzaehligen Opfern zu sehen waren. Das war echt befremdlich und schockierend zugleich. In einer anderen Halle liefen auf riesigen Fernsehbildschirmen Interviews mit mittlerweile vergreisten japanischen Soldaten, die sich immer noch keiner Schuld bewusst sind.

So, hier ein paar Eindruecke:








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