Auch wenn die Finanzkrise an China nicht spurlos vorueber geht und hier die jungen Leute mit enormer Konkurrenz zu kaempfen haben, so merkt man als Westler doch kaum etwas davon. Im Gegenteil, hier habe ich zum ersten Mal gecheckt, wie viel gute Englischkenntnisse, Deutsch als Muttersprache und eine europaeische Universitaetsbildung doch wert sind -
Die meisten Expats, also Auslaender, die hier in Shanghai zum Arbeiten her gekommen sind, sind meist Wirtschaftsleute, Informatiker oder Ingeneure. Wer Westler ist und in diesen Branchen eine Ausbildung oder sogar Universitaetsstudium vorweisen kann, dem stehen hier fast alle Tueren offen. Meist bekommt man annaehernd Auslaendergehalt (womit man hier sehr dekadent leben kann), eine Wohnung gestellt und auch sonst den ein oder anderen Vorzug geboten, damit man in China gehalten werden kann und nicht gen Westen abwandert.
Allerdings kann man natuerlich nicht sein ganzes Leben hier planen: Man bleibt, so lange China einen will. Die meisten wissen das und geniessen die Zeit in vollen Zuegen: Partys, Frauen und Alkohol. Doch auch so manch einer findet hier die Frau fuer's Leben. So wie ich das mitbekomnen habe, leben die meisten Westler ziemlich in ihren Hochhausappartment-Getthos und bleiben unter sich. Dazu anfuegen muss ich, dass es in der Tat schwierig oder fast unmoeglich ist, sich hier vollstaendig zu integrieren, zumindest wenn man die 30 Jahre-Grenze schon hinter sich gelassen hat. Allerdings wenn man nur im Appartment hockt oder beim edel Franzosen essen geht, dann wirkt das nicht, als ob man sich sonderlich anstrengen wierde.
Womit wir bei einem anderen Punkt waeren: Die meisten der Expats kommen definitiv aus den Laendern Frankreich und Deutschland. Als deutscher hat man in jedem Fall ein Bonus allein vom Image her und als Franzose - na gut, die hatten hier mal ne Kolonie, anders kann ich mir das auch nicht erklaeren ;)
Da ich in einer ganz anderen Branche arbeiten will, sieht die Situation fuer mich natuerlich nicht ganz so rosig aus. Die Praktikumsplaetze in englischsprachigen Medien sind hier auch heiss begehrt und werden bevorzugt an Englisch-Muttersprachler vergeben -
Was dann aber noch bleibt, sind Taetigkeiten als Deutschlehrer oder Uebersetzungsjobs an Universitaeten oder einer der unzaehligen privaten Sprachschulen. Deutsch ist deshalb auch so beliebt, weil viele chinesische Studenten an eine deutsche Uni wollen und sich in China darauf vorbereiten.
Da ich wahrscheinlich den Sommer ueber eh arbeiten muss, dachte ich mir, dass ich anstatt in Babelsberg das nicht theoretisch auch in Peking oder Shanghai tun kann. Wenn es diesbezueglich was Neues gibt, werdet ihr es hier auf jeden Fall rechtzeitig erfahren.
Bis dann!
PS: Was ich ein wenig verschwiegen habe: Bei vielen englischsprachigen Jobs, besonders in der Kommunikationsbranche, wird fluessiges chinesisch voraus gesetzt - also bin ich letzte Woche zum Kiosk gegangen und meinte: Bitte zwei Tuben chinesisch, fuer 5 Yuan das Stueck - Man, bin ich heute wieder gut drauf ;)
Montag, 20. April 2009
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hehehehe! warum nicht in China noch ein wenig arbeiten??
AntwortenLöschenSo lange es nicht in einem Kohle-Bergwerk fuer 100 Euro / Monat ist, wieso eigentlich nicht?
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