Muede sitze ich wieder zu Hause vor meinem PC und lasse die Erfahrungen der letzten drei Wochen revue passieren. Der Alltag steht bedrohlich routiniert vor der Tuer. Vorgestern wusste ich weder Datum, noch Wochentag, immer was neues, komisches, spannendes, bombastisches,- „was kommt als naechtes?!“
Rotzen, Party und „Hitler was a REAL man.“
Meine Entscheidung Fabi in Shanghai zu besuchen war spontan. Das billige Ticket (Lufthansa, 440 Euro, Last Minute) gab den Ausschlag. Und 6 Tage spaeter sass ich im Flieger. In Fankfurt wurde der Vogel wegen „technischer Probleme“ ausgetauscht. Komischerweise habe ich in den letzten Jahren eine latente Flugangst entwickelt, weshalb ich mir schon vor dem Verlassen Deutschlands nicht sicher war, ob die Reise unter einem guten Stern stehen wuerde. „Fängt ja schon gut an.“, dachte ich. Doch das tat sie: Nach einer herzlichen Begrüßung durch Fabi stieg ich müde und verkatert („was? Gleich drei Gläser? Na das ham wa gerne.“- Sorry, ich wollte der Stewerdess nur dauerndes Gerenne ersparen.) in den Transrapiet. Und so raste ich mit 470 Stundenkilometer gen SHANGHAI CITY:
Shanghai ist der Wahnsinn. Worte können es nicht beschreiben, Bilder nicht zeigen und Sprache nicht fassen: Man muss es erleben. Es gibt um die 2000 Wolkenkratzer und rund 18,5 Millionen Einwohner die anscheinend nie schlafen oder nicht essen. Überall ist Leben, ob Tag oder Nacht, es wird gebaut, Ladenschlusszeiten waren nicht vorhanden (was wir oft dankbar ausnutzten) und während der Rush Hour ist die U- Bahn schon fuer mäßig Dickere nicht benutzbar. Aber kein Problem: Eines der unendlich vielen Taxen fährt einen für einen Spottpreis überall hin. (Ich glaub ich krieg mehr Benzingeld bei Hallo Pizza). Die Luft ist schlecht, hupend rechts abbigen (so kann man sich den Schulterblick sparen), das größere Auto HAT Vorfahrt auch wenn es von links kommt, Fußgänger, für einen Autofahrer:“Was ist das?“ Auf dem Fahrrad singen alte Menschen laut für sich selbst vor sich hin, „Lalalala!“, mal wieder wird eine Chinaböllerkette gezündet (Polenböller sind ein Scheiß dagegen) „rattatatatatata!!“ Und schon wieder hört man, wie extrem geräuschvoll hochgezogen und herzhaft befreiend auf die Straße gespuckt wird,“rmftschtzsspsscht!!,- klatsch“, diesmal war es eine schick angezogene und etwas überschminkte Mitdreissigerin. Meine Bandwurmsätze- wie Shanghai.
Party:
Die Clubs sind geil!!! Man kann sich Drinks nicht nur für sich selbst leisten, die Mukke ist nur bedingt oestlich, sonst unser Style und die Maedchen entpuppten sich nach anfaenglicher Pseudodistanz als sehr gute Taenzerinnen, die mit nichts hinterm Berg halten;-) Allerdings habe ich auch erlebt, dass ich frisch auf die Tanzflaeche gehe, sondiere und langsam, nur minimal in die Richtung von drei sexy Ladies wippe. Die drei lachen verschaemt hinter vorgehaltener Hand und verlassen fluchtartig den Dancefloor. „Ist mein neues Designerhemd wirklich so haesslich?“ Doch auch schon maessig motiviertes Tanzen wird mit anerkennendem Klatschen der Maenner quittiert. -Das gibt Selbsvertrauen! Allerdings geht es auf die Oberschenkel, wenn man dauernd mit Maedchen tanzt, die ein bis zwei Koepfe kleiner sind. Aber dafuer gibt es ja die:
Massage.
Um es von vornherein zu sagen: Nein wir haben uns nie eine Massage mit „Happy End“ genommen. Nicht dass wir nie in Versuchung waren, aber sowohl bei Fabi in der Uni, als auch bei mir an den Abenden lief was. Wir waren also nicht verzweifelt, im Gegenteil. Natuerlich spielt man dennoch mit dem Gedanken, wenn man Hacke ist sogar sehr ernst. Aber China als Land des Menschenhandels, die Buerde des Sextouristen, das schamlose Ausnutzen der schwachen Waehrung war bei mir immer im Hinterkopf. „Wieso? Fuer die ist das doch viel Geld. In gewisser Hinsicht hilft man denen doch sogar und sie sah geil aus.“-“Fick dich selbst!“ Das ist meine Meinung.
Massagen werden an jeder Ecke angeboten. Es sind sozusagen „Massagen to go“ und kosten zwischen 5 und 7 Euro die Stunde. Manchmal muss man sich hardcore zusammen reissen: der obere Brusbereich bei den Achseln und die Oberschenkel sind kitzlich. Die Masseurinnen fanden das auch lustig- Chinesen machen da wahrscheiunlich nicht so ein Theater. Besonders genossen habe ich den Teil der Handmassage.
Vor dem Flug nahm ich dann mal eine teurere: Eine „Hong Kong Massage“. Halb so verrucht wie sie klingt, aber doppelt so entspannend und dreifach so sexy! Und das nicht nur weil meine Olle wirklich heiss war, sondern weil ein grosser Teil mit den nackten Füssen abmassiert wird. Sie vermindert ihr Gewicht dadurch, dass sie sich an dafuer ueber der Liege befestigten Stangen festhaelt. Das war ein echtes Erlebnis.
„Hitler was a REAL man.“
Beeindruckend noch zum Abschluss ist die unkritische Sicht der Asiaten (unser extrem cooler, netter und sehr trinkfester suedkoreanischer Zimmergenosse O z.B.) ueber Hitler. Er waere halt ein krasser Eroberer gewesen. Er haette es durch Disziplien und Eifer weit gebracht. Opfer muesse jeder bringen. In einem Restaurant war ein Hakenkreuz an die Wand getaggt und ich wurde ab und zu als ich sagte:“Woua sche degoa.“ (Ich komme aus Deutschland.), mit einem lauten „Heil Hitler!“ begruesst. Tausend Leute um mich rum nahmen keine Notiz. Sie waren mit der Auswahl an der Fleischtheke beschaeftigt. Mir war es jedoch verstaendlicherweise extrem unangenehm. Der Gruessende machte diese Geste jedoch nicht aus Verarsche oder Beschuldigung, sondern einfach als ehrliche Bekundung seines Respekts vor einem Deutschen. Insgesamt ist mir dies drei mal passiert... Schon verrueckt!
China, ein spannendes Land:
Ich bin nicht unkritisch. Um die politische Situation ist es schlecht bestellt. Zensur, Menschenrechtsverletzungen und Sozialschere sind verheerend und sollten nicht ausgeblendet werden. Doch das war hier nicht mein Ansatz. China ist mit weitem Abstand das beeindruckenste Land, was ich besucht habe. Und ich habe schon ein paar gesehen. Grade mit meiner Vorerfahrung in Chengdu 2002, wurde ich nicht komplett ins kalte Wasser gestossen und konnte diese Zeit in vollen Zuegen geniessen. Dass Fabi schon integriert war und wir mit O noch einen Koreaner „next door“ hatten, eroeffnete mir eine sehr lebensnahe Erfahrung. Dafuer danke ich Fabian sehr. Die Chinesen sind extrem offen, interessiert, nett und lebensfroh. Dies sind meine schoensten Bilder. Ich hoffe, ich kann bald wieder zurueck!
Manuel Muehlbauer
Chinesische Kleinkinder sind ja ohnehin schon atemberaubend suess, aber dann noch Zwillinge, meine Guete!
Foto-Shooting am Westsee in Hangzhou... Das Laecheln wirkt jedoch etwas gezwungen - aber professionell!
Da kann einem schon das Wasser im Mund zusammen laufen:
Finanzkrise hin oder her - aber wer wird denn gleich...?
Wenn es mal schneller gehen muss - chinesischen Babys wird es meist gestattet, auf offener Strasse ihrem Beduerfnis nachzugehen. Bei ausgewachsenen Chinesen haben wir diese Art von Hose allerdings noch nicht beobachten koennen ;)
Wow, was fuer ein Foto - wie ein Sechser im Lotto! Manu ist das Unmoegliche gelungen: Ein Baby mit Mutter in voller Aktion!




TOPIC UND KRABAT DIE JUNKZ IM REVIER...!!!!!
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